1. Tag Photokina – Klein und Groß

Erste Eindrücke vom ersten Tag. Es kommen vor: Panasonic, Olympus, Leica, Sigma und natürlich Adobe.

Um 10 Uhr war es soweit, die Tore der Photokina öffneten sich. Dank der Taktfrequenz der Bundesbahn war ich aber schon eine halbe Stunde vorher da, so dass ich recht weit vorne stand und sich folgendes Bild hinter mir zeigte:

Die wilde Meute wartet auf Einlass

Die wilde Meute wartet auf Einlass

Bei Adobe fing die Photokina aber erst eine Stunde später an. Bis kurz vor 11 Uhr blieb der Stand verhüllt.

Adobe vor der großen Präsentation

Adobe vor der großen Präsentation

Punkt 11 sollte dann die neue Creative Suite 4 mit einem Livestream präsentiert werden. Nur leider hatte ich da wohl etwas falsch verstanden. Nicht die Präsentation vor Ort wurde live gestreamt, nein man hat auf einer Großleinwand eine vorproduzierte Präsentation gezeigt. Erst hat der CEO seine (nicht sehr interessante Meinung) zu der Entwicklung des Internets zum Besten gegeben. Dann hat der Vice-Presedent, der für die Creative Suite zuständig ist, einen lustigen Film gezeigt und dann bin ich gegangen.

Das, was mich eigentlich interessiert, nämlich das neue Photoshop CS 4 habe ich dann erst am Nachmittag, als ich mal wieder am Stand vorbei kam, gesehen. Leider habe ich nur die letzten 5 Minuten der Präsentation mitbekommen. Aber was gezeigt wurde war schon ziemlich heftig. Ich werde da definitiv in den nächsten Tagen drauf zurück kommen.

Aussagegemäß ist Photoshop schon recht fertig und wird gerade eingedeutscht. Anfang Dezember ist es dann zu haben. Wer jetzt CS 3 bestellt kann wohl kostenlos upgraden, wenn die neue Version dann draußen ist.

Klein

Vor einigen Tagen wurde ja das Micro-FourThird-System vorgestellt. Basierend auf dem bestehenden Spiegelreflex-System wurde eine neues Format konzipiert, bei dem der Spiegel einfach weg gelassen wurde. Dadurch hat man ein geringeres Auflagemaß erreicht, dass bedeutet, dass die Objektive näher an den Bildsensor heranreichen können. Damit sind kompaktere Objektive und kompaktere Kameras möglich. Panasonic hat dann auch gleich mit der Lumix G1 ein fast serienreifes Modell präsentiert.

Panasonic G1

Panasonic Lumix G1

Ich muss gestehen, dass ich mehr als skeptisch war. Zum einen sind mir die ganzen Einsteiger DSLR-Kameras, wie die EOS 450 und wie sie alle heißen, bereits zu klein. Vielleicht bin ich altmodisch und vielleicht sind meine Hände zu groß, aber wenn ich eine SLR in der Hand habe, möchte ich dabei auch eine bestimmte Größe und ein bestimmtes Gewicht fühlen. Zum anderen fehlt mit dem Spiegel natürlich auch der optische Sucher und wird durch einen elektronischen Sucher ersetzt. Außerdem fehlt mit dem Spiegel auch das dezidierte Autofokusmodul, so dass die Schärfe über den Sensor ermittelt werden muss. In der Vergangenheit hat sich diese Lösung oft als recht träge herausgestellt.

Ich muss aber sagen, dass ich von der Kamera positiv überrascht war. Das Handling ist tatsächlich fast wie bei einer „richtigen“ Spiegelreflex. Der elektronische Sucher ist natürlich bei weitem nicht an einem optischen Sucher heran, aber er ist überraschend gut. Und die geringe Größe hat auch durchaus Vorteile, spätestens, wenn das Gewicht des Fotorucksacks eine relevante Größe wird.

G1 im Größenvergleich

Lumix G1 im Größenvergleich

Das Objektiv auf dem Bild entspricht auf das Kleinbild gerechnet einem 90 bis 400 mm Zoom. Auch wenn das Objektiv mit 4-5.6 nicht wirklich lichtstark ist, so ist das ganze doch beeindruckend klein.

Der Autofokus hinterlies einen etwas zwiespältigen Eindruck. Mit dem 45-200mm Objektiv kam er mir etwas träge vor. Bei Objektiven mit geringerer Brennweiter war er dann aber doch spritziger.

Olympus, als Erfinder des FourThird-Systems, hatte übrigens noch keine Micro-FourThird-Kamera am Start. Nur ein Modell war im Schaukasten zu bewundern. Aber es wird deutlich, dass Olympus einen anderen Ansatz verfolgt. Keine verkleinerte SLR, ihr Ansatz orientiert sich eher an der klassischen Messsucherkamera, zumindest vom Design.

Modell einer Micro-FourThird-Kamera von Olympus

Modell einer Micro-FourThird-Kamera von Olympus

Alles in allem bin ich mal gespannt, ob sich das Konzept durchsetzt. Aufgrund der großen Sensoren (1/4 vom Kleinbild – unverändert vom FourThird-System übernommen) dürfte das neue eine bisher unerreichte Bildqualität bei Kompaktkameras bieten. Ganz Billig wird die Sache nicht. So empfiehlt Panasonic für das Set aus der G1 und einem 14-45mm Objektiv immerhin ca. 750 €.

Groß

Während die einen versuchen, immer kleiner zu werden, geht man andernorts den umgekehrten Weg. So kommt Leica mit einem Paukenschlag auf die Photokina. Also eigentlich mehr mit der Ankündigung eines Paukenschlags. Neben dem M-System (Messsucherkameras, analog und digital) und dem R-System (analoge Spiegelreflexkameras) wird des zukünftig das S-System geben. Dabei handelt es sich um digitale Spiegelreflexkameras oberhalb des guten alten Kleinbildformats. Als erstes wurde die S2 angekündigt, die ca. 40 Megapixel vorweisen können soll.

Leica S2 mit Objektiv

Leica S2 mit Objektiv

Leica S2 mit Objektiv

Leica S2 mit Objektiv

Auf den Bildern ist das nicht so deutlich, weil der Vergleichsmasstab fehlt. Aber gegen gegen die S2 wirkt die Leica R9 richtig dezent. Bei dem neuen System handelt es sich übrigens um ein Autofokus-System.

Aber auch die R-Reihe ist nicht ganz tot. Auch wenn man auf der Photokina noch nichts zu sehen bekommt, soll es wohl im nächsten Jahr eine digitale Spiegelreflex mit dem R-Bajonett geben. Dabei soll wohl auch auf Technologien aus der S2 eingesetzt werden. Man darf spekulieren. Vielleicht sogar ein Autofokus?

Ganz groß

Leider hatte Canon das 1.200 mm Objektiv nicht dabei. Dafür gabs bei Sigma das 2.8 200-500 zu bestaunen.

Sigma 2.8 200-500mm

Sigma 2.8 200-500mm

Mit 15,7 kg definitiv nichts für die nächste Bergtour. Wer das Objektiv im Handgepäck mitnimmt, wird sich wahrscheinlich auf eine längere Diskussion mit dem Sicherheitsbeamten einstellen müssen, in der er erklärt, dass es sich um ein harmloses Objektiv und nicht um eine Bazooka handelt.

Apropos Sigma. Offensichtlich hat man das Abenteuer einer eigenen SLR noch nicht aufgegeben. Auch wenn die eigene SD14 nicht mehr so prominent beworben wird, wie noch vor einem Jahr, so ist das System noch lange nicht tot. Im nächsten Jahr soll ein Nachfolger auf den Markt kommen. Die SD15. Ich weiß ja nicht, wie die Verkaufszahlen für die Kamera sind, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die einen Marktanteil hinauskommen, der im ganz niedrigen einstelligen Bereich liegt. Aber ganz niedrig.

Soweit meine Eindrücke vom ersten Tag, morgen gibt es mehr.

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