RAW-Dateien mit GPS-Daten in Lightroom verknüpfen

Da bisher nur die wenigsten Kameras mit einem eingebauten GPS-Empfänger ausgestattet sind, muss man sich anders behelfen, wenn man seine Fotos mit einem Geotag versehen möchte. Im Folgenden beschreibe ich meine Methode, die sicherlich nicht die einzige und vielleicht nicht die beste Methode ist. Aber sie hat den Charme, dass man, abgesehen von einem Smartphone, ohne zusätzliche Hardware und ohne ein Lightroom-PlugIn auskommt. Die benötigte Software ist entweder kostenlos oder für kleines Geld zu bekommen.

Was braucht man:

– ein Smartphone mit GPS-Empfänger
– eine App um die Route zu tracken und zum Export einer GPX-Datei
– ein Programm um GPS-Daten und  RAW-Dateien zu verknüpfen

Da in der letzten Zeit Smartphones weit verbreitet sind, bietet sich an, ein solches als GPS-Tracker zu benutzen. Für Android gibt die kostenlose App „My Tracks“ an. Für das iPhone gibt es die mit 2,50 € auch nicht teure Software Trails. Nach dem man seinen Track aufgezeichnet hat, kann man ihn per Email an seinen PC mailen. Die entsprechende Funktion ist bei My Tracks ein bisschen versteckt und findet sich nach dem Menü-Button (das Kästchen links unten mit den drei Punkten) unter „Mit Freunden teilen“.

Der Import der Bilder in Lightroom findet zunächst ganz normal statt. Bei mir bedeutet dass, das die RAW-Daten von der Speicherkarte kopiert und dabei umbenannt werden. Danach verlässt man Lightroom erst mal wieder, da die GPS-Daten nicht direkt in LR mit den Bildern verknüpft werden können. Dazu benötigt man ein anderes Programm. Ich benutze dazu unter Windows die kostenlose Software „GeoSetter„.

Auf der linken Seite der Software gibt man den Pfad mit den Bildern ein und auf der rechten Seite die GPX-Datei(ein). Nun werden die Bilder markiert, die mit GPS-Daten versorgt werden sollen (im Zweifel alle).

Mit Strg-G bzw. Datei/Synchronisierung mit GPS-Datendateien wird ein Dialog aufgerufen, in dem noch ein paar Feinabstimmungen zur Synchronisation vorgenommen werden können.

Interessant ist im dem Dialog vor allem ein Punkt:
– Maximal zulässige Zeitdifferenz von Trackpunkten zu Aufnahmedatum [Sekunden]

Wie der Name schon sagt, kann hier eingegeben werden, um welche Zeitspanne sich die Aufnahmezeit eines Bildes von einem Trackpunkt unterscheiden darf, damit eine Zuordnung vorgenommen wird. Hier sollte ruhig eine etwas großzügigere Vorgabe gemacht werden. Einige Tracking-Apps, wie z.B. My Tracks loggen nur bei Bewegung neue Geodaten. Bleibt man jedoch eine längere Zeit an einer Position, entsteht unter Umständen ein längeres Zeitfenster in dem keine Geodaten erfasst werden. Wählt man in diesem Fall die Zeitdifferenz zu gering, werden dann eine Anzahl von Bildern keine Koordinaten ermittelt. Allerdings gibt in diesem Fall GeoSetter an, für wie viele Bilder keine Daten vorliegen, so dass man es mit einem höheren Intervall erneut versuchen kann.

Schließlich muss man nur noch die Geodaten mit Strg-S bzw. Bilder/Änderungen speichern.

Nun ist man in GeoSetter fertig. Die Daten wurden allerdings nicht in die RAW-Datei selbst geschrieben, sondern es wurde für jedes Bild eine .xmp-Datei angelegt, in der die Geo-Daten enthalten sind.


Nun geht es zurück in Lightroom. Lightroom nutzt selber .xmp-Dateien, um RAW-Dateien Meta-Daten mitzugeben und anderen Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Wenn man z.B. ein Bild in LR bearbeitet hat und die Anpassungen anschließend in der Bridge sehen kann, dann nur weil Entwicklungsdaten über eine .xmp Datei ausgetauscht wurden. Weder Lightroom noch Bridge oder GeoSetter verändern RAW-Dateien in irgendeiner Form. Wenn man in der Bridge die Änderungen nicht sieht, dann hat man LR eingestellt, dass die Metadaten nicht automatisch gespeichert werden (was aus Performance-Gründen zu empfehlen ist).

In der Grid-Ansicht zeigt das blau markierte Feld an, dass Lightroom für das Foto Metadaten hat, die noch nicht gespeichert sind. Wenn man nun darauf klickt, bietet Lightroom an, die Daten zu speichern. Wir sagen erstmal ja. Bevor Lightroom die Daten jedoch tatsächlich schreibt, merkt es, dass bereits ein anderes Programm die Daten geändert hat (GeoSetter) und bietet an, den Vorgang abzubrechen. Dass sollten wir tun.

Das Metadaten-Symbol ändert sich  und zeigt einen Konflikt an.

Wenn man nun auf das geänderte Symbol klickt, erscheint folgender Dialog:

Hier wählt man nun „Einstellungen vom Datenträger importieren“ und Lightroom holt sich nun die Geodaten aus den eben angelegten .xmp-Dateien in die Datenbank.

Dieses Vorgehen muss selbstverständlich nicht für jedes Bild einzeln gemacht werden. Selektiert man alle importierten Bilder bevor man auf  klickt, werden für alle Fotos die Metadaten importiert.

Ein Blick in das Meta-Datenfeld im Bibliotheksmodul zeigt, dass die GPS-Daten übernommen wurden. Klickt man auf den Pfeil rechts neben den Koordinaten, öffnet Lightroom den Standard-Browser und zeigt den Ort in Google-Maps an.

Soweit so gut. Auch wenn die Beschreibung etwas lang geworden ist, so ist das Vorgehen selbst sehr einfach und spätestens beim zweiten Mal geht es flott von der Hand.

Eine Sache ist aber sehr wichtig. Nach dem LR-Import der RAW-Dateien muss als nächster Arbeitsschritt sofort die Datenverknüpfung mittels GeoSetter und Import der Meta-Daten nach Lightroom erfolgen. Mit dem Import der Metadaten werden alle vorher  in Lightroom vorgenommenen Anpassungen  (Schlagworte, Entwicklungseinstellen usw.)  überschrieben. Wenn man also sich erst viel Arbeit mit der Verschlagwortung seiner Bilder macht und anschließend erst die Geodaten importiert, muss man sich die Arbeit nochmal machen.

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