Es bleibt spannend: Die neue Powershot G1 X als Canons Alternative zu Systemkameras

Heute hat Canon die Powershot G1 X vorgestellt. Sieht im Prinzip aus wie immer, also auf dem ersten Blick das jährliche Update von Canons Top-Kompakten.

(Technische Daten und ein Video gibt es hier)

Naja nicht ganz. Denn die Kamera positioniert sich schon in einer Ecke, die bisher noch nicht besetzt war und könnte als vorläufige Antwort auf die (zumindest in Asien) boomenden spiegellosen Systemkameras sein.

Bisher taten sich Canon und Nikon in dem Bereich sehr schwer, da die EVIL-Kameras (Electronic Viewfinder Interchangeable Lens) in direkter Konkurrenz zu den doch recht einträglichen kleineren digitalen Spiegelreflexen der beiden Firmen stehen würden. So hat Nikon den Markt der EVIL-Kameras mit einer Neuentwicklung betreten, die zwar Wechselobjektive bietet, aber einen lächerlich kleinen Sensor hat, bloß um nicht das Geschäft mit den DSLR zu beeinträchtigen.

Canon geht nun genau den umgekehrten Weg. Die neue Powershot hat zwar keine Wechselobjektive aber dafür einen Sensor, der größer ist als der FourThird-Sensor, der von Olympus und Panasonic in ihren Systemkameras verbaut wird. Das eingebaute Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 28-112 mm (analog KB) bei einer größten Blende von 2,8-5,8 ab.

Damit wird ist es die erste Kompaktkamera, die tatsächlich als Alternative zu einer Einsteiger DSLR mit Kit-Objektiv durchgeht. Und wenn man davon ausgeht, dass die meisten DSLR-Besitzer eh nur ein Objektiv (nämlich das Kit-Objektiv) besitzen, ist das ganze vielleicht tatsächlich ein interessanter Ansatz. Preislich liegt sie in ähnlichen Regionen, 750 Euro sollen dafür aufgerufen werden. Mit den technischen Daten, wie ca. 14 Megapixel, einen ISO-Bereich bis 12.800, Serienbilder von bis zu 4,5 Bilder pro Sekunde ist sie in vielen Dingen mit einer DSLR vergleichbar. Jetzt muss nur noch der Autofokus halbwegs flott sein, und schon hat man 90% dessen, was das Herz begehrt.

Jedenfalls gibt es im Moment keine andere Kamera, die dieses Segment. Die Edelkompakten von Fuji, Leica und Sigma haben auch große (bzw. sogar etwas größere) Sensoren, richten sich aber mit ihren Festbrennweiten an eine andere Klientel.  Ich bin sehr gespannt, ob es dafür einen Markt für die G1 gibt. Aber warum nicht? Fuji war ja auch mehr als überrascht, als ihnen die Bude nach der X100 eingerannt wurde.

Aber damit wird das letzte Wort wahrscheinlich noch nicht gesprochen sein. Die Gerüchteköche erwarten dennoch eine spiegellose Systemkamera für 2012. Schauen wir mal, zumindest die G1 wurde so schon ziemlich genau vorhergesagt.

 

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