Lightroom 4 Beta – Was ist neu?

Lightroom ist für mich die wichtigste Foto-Software. Insofern war ich sehr gespannt, was Lightroom 4 an Neuigkeiten und Verbesserungen bringt. Seit dieser Woche ist die Beta raus und ich mich hab anlässlich dieses epochalen Großereignisses entschieden, mein Blog zu reaktivieren und über Lightroom 4 und meinen Erfahrungen zu schreiben.

Neben den Blogeinträgen (wie diesen hier) gibt es eine Übersichtsseite mit Basisinformationen, die von Zeit zu Zeit aktualisiert wird.

Also hier die erste Begegnung mit Lightroom 4:

Wenn man sich das Programm runterlädt, fällt als erstes auf, das es mit über 400 MB (Windows, 64bit) deutlich größer geworden ist. Dies soll an den Video-Codecs liegen. Lightroom 4 unterstützt in gewissen Umfang nun auch Videos.

Als zweites fällt nach der Installation fällt auf, dass sich das Lightroom-Icon geändert hat. 😉

Positiv hat mich überrascht, dass Lightroom 4 bereits übersetzt ist. Ich meine, dass die LR 3 – Beta war noch nicht lokalisiert (aber hier kann ich mich auch täuschen).

Zwei wesentliche Änderungen fallen sofort ins Auge. Die neuen Module Karte (für Geotagging) und Buch (für Fotobücher) haben in der Modulleiste prominent Platz genommen.

Mit einem Rechtsklick in die Leiste ist es jetzt möglich, selten genutzte Module auszublenden. So wird bei mir das Diashow-Modul wahrscheinlich rausfliegen.

Im dritten große Bereich, der  überarbeitet wurde, sieht man zunächst keine Änderung. Zumindest wenn mit Bildern arbeitet, die bereits mit Lightroom 3 entwickelt wurden. Lightroom 4 kommt nämlich mit drei Entwicklungsprozessen einher.

Nur wenn man den Prozess auf den aktuellen Prozess 2012 ändert, kommt man in den Genuss des neuen Entwicklungspanels.

Grundeinstellungen Alt - Neu

Adobe hat sich bemüht, die Entwicklungseinstellungen einfacher, intuitiver und leistungsfähiger zu machen. Hat man in der alten Version noch mit Belichtung/Wiederherstellung und Aufhelllicht/Schwarz jeweils zwei Regler die als Gegenspieler wirkten und jeweils von Null bis 100 einstellbar waren, gibt es nun für jeden Helligkeitsbereich nur noch einen Regler, der die Helligkeit in einem Tonwertbereich regelt. Verschiebt man die Regler nach links wird der Tonwertbereich dunkler, nach rechts heller. Der Regelbereich ist dabei von -100 bis +100. Die entsprechenden Regler von Hell nach Dunkel sind: Weiß, Lichter, Tiefen und Schwarz. Warum man sie nicht in dieser logischen Reihenfolge auf dem Panel angebracht hat, ist mir schleierhaft.

Mit dieser neuen Mechanik sind gezielte Anpassungen möglich. Die Steuerungsmöglichkeit wird mit dem Tiefen-Lichter-Dialog aus Photoshop verglichen.

Ebenfalls scheint sich die Wirkungsweise des Klarheitsreglers verändert zu haben. Bisher konnte man mit Klarheit den Schärfeeindruck durch die Veränderung des Mikrokontrastes steuern. Wie Klarheit in der neuen Version arbeitet, ist mir noch nicht ganz klar, aber Einflussmöglichkeiten sind enorm.

Das untere Bild war deutlich zu dunkel. Ich habe ich die Tiefen und den Schwarzpunkt angehoben. Die linke Vorher-Seite ist nicht das Ursprungsbild sondern das Bild nach Anpassung von Tiefen und Schwarz.

Bei der rechten Seite wurde zusätzlich die Klarheit auf 100% gebracht. Die Veränderung des Mikrokontrastes auf das Gesamtbild ist schon enorm.

Neue Möglichkeiten gibt es auch bei den lokalen Anpassungen. Hier ist besonders hervorzuheben, dass nun auch die Farbtemperatur mit dem Pinsel bzw. dem Verlaufsfilter geändert werden kann. Besonders bei Mischlichtsituationen dürfte dies eine willkommene Hilfe sein.

Die Gradationskurve hat im Rahmen des Updates auch etwas Liebe abbekommen. Wurde mit LR 3 die Möglichkeit der Punktkurve eingeführt, wird sie in LR um die Möglichkeit erweitert, die einzelnen Farbkanäle getrennt zu steuern.

Nebenbei erwähnt, weil wichtig: In Lightroom 4 hält die Möglichkeit des Softproofs Einzug.

Soweit ein Überblick über das neue Entwicklen-Modul. Über die Leistungsfähigkeit im Vergleich zum alten Prozess habe ich ja schon hier etwas geschrieben.

Zu den anderen Neuigkeiten werde in der nächsten Zeit eingehen.

Abschließend muss ich sagen, dass mir das neue Lightroom bereits nach wenigen Tagen sehr gut gefällt. Allerdings muss Adobe noch etwas an der Stabilität arbeiten. Mir ist LR 4 mehrfach abgestürzt, etwas was ich von Lightroom 3 nicht kenne. Wenn das aber im Griff ist, wird Lightroom 4 wahrscheinlich das bisher spannendste Upgrade.

 

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