Corel AfterShot Pro als Alternative zu Lightroom?

Lightroom ist das bekannteste und verbreiteteste Programm für den Fotoworkflow.  Aber es ist nicht das Einzige. Für Windows wäre noch  Bibble und ACDPro zu nennen. Beide habe ich mir auf der letzten Photokina angesehen und beide hatten einige pfiffige Teillösungen.

Inzwischen ist Bibble vom Markt verschwunden. Nicht weil die Herstellerfirma pleite gegangen wäre. Bibble Labs wurde von Corel aufgekauft und das Produkt wurde unter dem Namen „Corel AfterShot Pro“ neu veröffentlicht.

Auf Photography Bay gibt es einen kurzen Eindruck von dem Programm. Der Kollege hebt besonders die Möglichkeit hervor, dass sich externe Plugins in den nicht-destruktivien Workflow einbinden können. Etwas, was ich bereits bei Bibble 5 sehr spannend fand und was bei Lightroom nicht möglich ist. Das bietet enorme Potentiale. Man stelle sich nur mal vor, man könnte etwas wie die NIK-Filter nicht-destruktiv in den Lightroom-Workflow einbauen. Ein Traum.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für Corel AfterShot Pro ist die Möglichkeit, eine Linux-Version zu nutzen.

Dazu kommt noch, dass Corel einen extrem aggressiven Preis vorgibt. Lediglich 90 Euro für die Vollversion bzw. 70 Euro für ein Crossgrade von Lightroom, Bibble, Aperture, Photoshop und Paintshop Pro. gegenüber ca. 300 Euro für die Vollversion von Lightroom.

Ob das Programm im Alltag hält was es verspricht kann ich nicht beurteilen, da ich es nicht selbst ausprobiert habe. Wer sich für eine Workflow-Software entscheidet, muss sich bewusst sein, dass ein späterer Wechsel mit extremen Kosten verbunden ist. Damit meine ich nicht mal das Geld für den Kauf einer neuen Version, sondern die Zeit für den Aufbau einer neuen Datenbank. Würde ich jetzt zu AfterShot wechseln, müsste ich meinen Bildbestand von mehreren zehntausend Bildern neu einlesen und würde dabei alle meine Entwicklungen und Bearbeitungen, virtuelle Kopien und ähnliches verlieren. Deshalb gilt für die Wahl einer Workflow-Software dasselbe wie für die Ehe. Wer sich einmal entschieden hat, ist gebunden und wenn man wechseln will, wird es teuer.

Ich denke, dass mit Corel ein Anbieter hinter der Software steht, der das Potential hat,  die Software langfristig zu unterstützen und weiter zu entwickeln. Und ich hoffe, dass das Programm für Corel ein Erfolg wird. Denn wenn es mehrere potente Anbieter gibt, ist jeder gezwungen sich laufend weiter zu entwickeln. Was für uns Nutzer nur von Vorteil sein kann.

Dieser Beitrag wurde unter Lightroom, Software abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.