Lightroom 4 Beta – Das Kartenmodul

Bisher war die Unterstützung von geografischen Koordinaten in Lightroom nur sehr rudimentär vorhanden. Lightroom 3 kann sie in den Metadaten auslesen und bei Bedarf einen Internet-Browser mit Google Maps starten. Das war es dann aber auch schon. Weitergehende Unterstützung und Auswertungen gibt es nicht. Wenn die Kamera nicht gleich selbst die GPS-Daten in die Exif-Daten schreibt, muss das Geotagging der Bildern außerhalb von Lightroom erfolgen, was unnötig kompliziert ist.

In Lightroom 4 wird alles anders. Und damit das niemand übersieht, wird die Geolokationsfunktion auch gleich mit einem eigenen Modul aufgewertet. Im Vergleich zu anderen Programmen ist das neue Feature keine Sensation, aber für Lightroom eine Funktionalität die lange schmerzlich vermisst wurde und die einen genaueren Blick rechtfertigt.

Wenn man das Modul „Karte“ auswählt, wird innerhalb von Lightroom Google Maps geladen. Dabei stehen nun die bekannten Ansichten, wie Satellitenansicht, Karte und Hybrid zur Verfügung.

Die einfachste Möglichkeit des Geotaggings besteht darin, ein oder mehrere Bilder aus dem Filmstreifen an einem Punkt auf die Karte zu ziehen und an der gewünschten Stelle fallen zu lassen. Wenn man es ein bisschen genauer will, kann man in dem Suchfeld rechts oben in der Karte eine Adresse eingeben. Dann erhält man einen Marker, auf den man dann die Bilder fallen lassen kann.

Wenn man nur wenige Bilder und die genauen Adressen hat, ist das Vorgehen praktikabel. Wenn man aber viele hunderte oder tausende Bilder von einem Urlaub taggen möchte und im Zweifel gar nicht genau weiß, wo das einzelne Bild gemacht wurde, sucht man eine andere Lösung. Schön, wenn man einen GPS-Logger hat, der die Route aufzeichnet. Zur Not geht auch ein Smartphone mit entsprechender Software.

Lightroom 4 kann nun nämlich  GPX-Traglogs laden. Ein entsprechendes Menü wird ausgeklappt, wenn man auf das wellenförmige Symbol im Kartenmodul klickt.

Ist die Logdatei geladen, wird der aufgezeichnete Weg auf der Karte angezeigt und man kann seine Bilder anhand der Aufnahmezeit mit den Geo-Koordinaten automatisch verknüpfen lassen.

Wenn man es verpasst hat, an seiner Kamera das korrekte Datum und Uhrzeit einzustellen bzw. Sommerzeit oder Zeitzonenänderung nicht korrigiert hat, kann man zur Synchronisation auch noch einen Zeitversatz einstellen, der dann beim Taggen berücksichtigt wird.

Bilder, die bereits mit Geodaten versehen sind, werden im Grid-View und in der Filmstreifenansicht mit einem neuen Symbol gekennzeichnet.

Über das Kartenmodul ist es auch möglich Bilder je nach Aufnahmeort auszuwählen (vorausgesetzt, sie sind mit Geodaten versehen). Dazu genügt ein Klick auf einen der Marker auf der Karte und die dem Ort zugeordneten Bilder werden selektiert.

Dabei werden Bilder, je nach Zoom-Stufe der Karte zusammen gefasst. So kann man durch rein- und rauszoomen festlegen, ob man alle Bilder, die man in einer Stadt gemacht hat, selektieren will oder alle Bilder an einer bestimmten Adresse. Diese Suche funktionert auf Ebene eines Datei-Ordners, einer Sammlung oder des gesamten Katalogs.

Bei den wenigen Bildern, mit denen ich in meinem Testkatalog rumprobiere funktioniert das Ganze hinreichend schnell. Wie leistungsfähig die Funktionen sind, wird sich zeigen, wenn man mit seinem „echten“ Katalog arbeitet und irgendwann mal viele zehntausend Bilder mit Geodaten verknüpft sind.

Mein Fazit: 

Das Katen-Modul macht einen guten Eindruck. Spät kommt es, aber es kommt. Die Umsetzung ist gut gelungen, einfach und intuitiv. Wenn das Kartenmodul dann auch noch im Echtbetrieb große Kataloge fix nach Geodaten durchsuchen und entsprechende Auswahlen treffen kann, ist alles gut. Dies wird sich aber erst zeigen, wenn die Beta vorbei ist.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Wenn man bereits jetzt viel mit Geo-Daten arbeitet, ist das Kartenmodul ein Grund, warum man die Beta-Version installieren sollte. Denn man kann das Kartenmodul zum Geotaggen von Bildern nutzen, die man in Lightroom 3 in seinem produktiven Katalog nutzt. Dazu importiert man seine Bilder ganz normal von der Speicherkarte in einen Ordner in LR 3. Anschließend importiert man den Ordner in Lightroom 4 und führt das Geotagging im Kartenmodul durch. Dann speichert man die Geodaten über den Befehl „Metadaten/Metadaten in Datei speichern“ im Bibliotheksmodul. Danach kann man in Lightroom 3 die Metadaten über „Metadaten/Metadaten aus Datei lesen“ laden.

Achtung: Dies sollte direkt am Beginn des Workflows gesehen, da mit dem Import von Metadaten eventuell vorgenommene Schlagworte oder Entwicklungseinstellungen überschrieben bzw. gelöscht werden.

 

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