Photokina 2012: der 2. Tag – Was von der letzten Photokina liegen geblieben ist.

Da ich mir in den letzten Jahren immer eine Dauerkarte für die Photokina geleistet habe, erlaube ich mir den Luxus, die Messe vollkommen unvorbereitet zu besuchen und am ersten Tag einfach durch die Messehallen zu laufen und zu schauen, was es alles Schönes gibt. Welche Trends gibt es diesmal, welche Trends haben von der letzten Photokina überlebt? Welche Firmen sind da und welche nicht? Und allem voran, was ist von der letzten Photokina übriggeblieben?

Wenn ich an die Photokina 2010 zurück denke, dann gab es zwei Sachen, mit denen ich nichts anfangen konnte. 3D und Handyfotos.

Vor zwei Jahren war 3D ein großes Thema. Panasonic hatte fast den gesamten Messestand unter das Thema 3D gestellt und auch bei Sony und Fuji war es prominent präsentiert. Diesmal findet 3D bei den großen Anbietern praktisch nicht statt. Finde ich nicht schade, mich persönlich hat 3D nicht gereizt. Die anderen potentiellen Kunden offensichtlich auch nicht.

Kein richtiger Trend auf der letzten Photokina, aber zumindest bereits in einigen Vorträgen präsent war das Fotografieren mit Handys. Für mich hatte das damals nichts mit Fotografie zu tun. Total fehl am Platze auf einer Messe, die sich vor allem an Hobby-Enthusasten richtet, die ein Vermögen für Ausrüstung ausgeben und an Profis, mit zuverlässigem Handwerkszeug ein perfektes Ergebnis anstreben. Mit dieser Einschätzung lag ich wohl falsch. Nun mag meine Abneigung auch daran liegen, dass mein HTC-Smartphone die schlechteste 5Megapixel-Kamera hat, die man sich vorstellen kann. Inzwischen hat sich HTC dem Thema Kamera angenommen und ist sogar mit einem eigenen Stand auf der Photokina vertreten. Darüber hinaus sponsert HTC sogar eine Bühne, die sich mit dem Thema mobiles Fotografieren beschäftigt.

HTC

HTC auf der Photokina

Ich sehe immer noch nicht, dass ich demnächst mein Hobby mit einem Handy frönen werde. Aber dass Handys die bisherigen Kompaktkameras überflüssig machen werden, denke ich schon. Insofern ist es nur konsequent, dass nun auch Samsung mit der Galaxy Camera eine Mischung aus einem kleinen Android-Tablet und Kompaktkamera bringt.  Außer telefonieren kann man alles machen, was man auch mit einem Android-Smartphone macht. Neben WiFi hat es sogar ein UMTS-Modul. Jetzt ist es endlich möglich, anständige Fotos mit einer richtigen Kamera (mit optischen Zoom!) zu machen und sofort zu Twitter, Facebook und Youtube zu übertragen. Wenn man mit der nächsten Gerätegeneration auch noch telefonieren kann, ist das Ding gekauft.

Samsung Galaxy Camera

Die Samsung Galaxy Camera von vorne …

Samsung Galaxy Camera

… und von hinten.

Ein weiterer Trend von der letzten Photokina: Spiegellose Systemkameras (EVIL – electronic Viewfinder interchangeable Lens) .

PEN-Designstudie

Damit fing alles an. Eine Designstudie für eine spiegellose Systemkamera auf der Photokina 2008

Die Systemkameras wurden bekanntlich aus der Not geboren, dass neben Canon und Nikon die anderen Hersteller bei den relativ teurn DSLRs keinen Fuß auf den Boden bekamen. Es war abzusehen, dass man mit den kleinen und billigen Kompaktkameras mittelfristig kein Geschäft mehr machen kann. Also musste was Neues her. Spiegellose Systemkameras. Damit konnte man Canon und Nikon angreifen. Inzwischen mussten auch die beiden Platzhirsche nachziehen und haben zähneknirschend EVIL-Kameras ins Sortiment genommen. Während Panasonic und Olympus eine meiner Meinung nach eine ziemlich kluge Strategie fahren und einige attraktive Gerate anbieten, haben andere Anbieter doch einige kuriose Sachen im Angebot.

Pentax hat die kleinste und vielleicht auch die größte EVIL-Kamera im Angebot. Mit der Q10 wurde die Miniaturisierung ins Extrem getrieben. Während man bei den anderen Herstellern versucht, ein kleines Gehäuse um einen großen Sensor zu bauen, hat man bei der Q10 ein winziges Gehäuse um einen winzigen Sensor gebaut. Winzige Objektive inbegriffen. Angeblich soll es aber einen Adapter für Objektive mit dem K-Bajonett geben.

Pentax Q10

Pentax Q10: Die wahrscheinlich kleinste Systemkamera der Welt

Auf der anderen Seite hat Pentax eine EVIL-Kamera, an der die Spiegelreflex-Objektive ohne Adapter passen. Das führt dazu dass der Objektiv-Sensorabstand unverändert bleibt. Man hat zwar keinen Spiegel mehr, den Spiegelkasten aber sehr wohl noch. Damit ist das ganze Gehäuse kaum kleiner als eine DSLR.

Pentax K-01

Pentax K-01: eine der größten spiegellosen Systemkameras der Welt.

Auch Hasselblad sich inzwischen sein Glück im Segment der hochpreisigen Systemkameras. Nach dem Motto „Pimp my Camera“ wird eine Sony NEX mit etwas Titan und edlen Hölzern aufgehübscht und soll dann unter dem Namen Lunar an vermögende Kunden verkauft werden. Ich meine, ich hätte was von 5.000 Euro im Ohr.

Hasselblad Lunar

Die Lunar von Hasselblad. Vielleicht die teuerste spiegellose Systemkamera der Welt.

So richtig konnte mich das Design noch nicht überzeugen. Ich finde die Kamera nicht schön (vorsichtig ausgedrückt). Und dass die Titanknöpfe ein Leben lang halten, kann mich bei einer Kamera, die spätestens in 3 Jahren technisch total überholt ist, auch nicht wirklich überzeugen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach ein Banause.

Soweit für heute. Morgen gibt’s dann mehr interessante, kuriose und nützliche, große und kleine Dinge von der Photokina.

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