Photokina 2012: der 4. Teil: Ein geliehenes Objektiv und eine geliehene Kamera

Testshoot Tamron 18-270mm

Testaufnahme mit Tamrom 18-270mm Objektiv (270mm – f 1/9 -1/250s – ISO 100 – etwas in Lightroom nachgeschärft) (Klicken für 1:1-Darstellung)

Das Schöne an der Photokina ist ja, dass man die Möglichkeit hat, alles mal in die Hand zu nehmen und auszuprobieren, oft sogar an der eigenen Kamera. Wobei die Aussagekraft von ein paar Probeschüsse mit einem 70-300mm Objektiv naturgemäß sehr gering ist. Man muss, trotz Imagestabilisator, ziemlich hohe ISO-Werte einstellen, was es dann schwer macht, die Bildqualität zu beurteilen. Manchmal kann man sich aber auch etwas für 1 oder 2 Stunden etwas ausleihen und damit über die Messe ziehen. Bei Tamrom konnte man sich das neue 18-270mm Objektiv mit Piezo-Drive und Imagestabilisator leihen und bei Olympus die aktuellen Pen- und OM-D-Kameras.

Ich fotografiere ja fast nur mit lichtstarken Zoom-Objektiven. Die sind schwer und haben nur einen geringen Zoombereich. Deshalb spiele ich ja insgeheim mit dem Gedanken, ob ich mir für den Urlaub oder unterwegs nicht ein Suppenzoom anschaffen soll. Aus diesem Grund hab ich mir mal für 2 Stunden das Tamron 18-270mm ausgeliehen. Mein Fazit: Unter optimalen Bedingungen kann man damit ansprechende Fotos machen. Solange man ausreichend Licht hat, dass man die Kamera etwas abblenden kann und trotzdem ohne Verwacklungsunschärfe fotografiert, sind die Aufnahmen recht gut (siehe oben). Der Imagestabilisator macht einen sehr guten Eindruck, während mir der Autofokus etwas lahm vorkommt. Brauchbar aber für Action und Sportaufnahmen sollte man sich vielleicht was anderes suchen. Sobald man den optimalen Bereich verlässt wird es allerdings schwierig mit dem Objektiv zu fotografieren. Dann fordert die maximale Lichtstärke von f 1/6,3 ihren Tribut. Auch die Verzeichnung ist teilweise ziemlich heftig, also auch eher nicht geeignet für Architekturfotografie. Aber das Leben ist ein einziger Kompromiss und man kann nicht alles haben. Ob für mich so ein Objektiv kommt, weiß ich aber immer noch nicht.

Testshoot mit Olympus OM-D

Olympus OM-D mit 45mm f1/1,8 (45mm – f1/2,0 – 1/125s – ISO 200 – etwas in Lightroom nachgeschärft) (Klicken für 1:1-Darstellung)

Die Olympus OM-D hingegen hat mich überrascht. Ich konnte sie bereits vor einigen Monaten mal testen. Allerdings mit dem Kit-Objektiv. Die Bilder haben mich nicht wirklich überzeugt. Deshalb habe ich mir diesmal ein anderes Objektiv zum Testen ausgesucht. Eine Festbrennweite mit 45mm und maximaler Blende f 1/1,8. Die meisten Bilder habe ich mit recht weit offener Blende gemacht, um die ISO-Werte unten zu lassen. Ich muss sagen, dass ich von der Bildqualität doch angetan bin. Da sieht man mal wieder, dass die beste Kamera ohne anständiges Objektiv nichts taugt.

Ich fotografiere 95% durch den Sucher. Nur wenn ich ein Stativ benutze, nutze ich Liveview. Aber das klappbare Touch-Display bei der OM-D fand ich klasse. Man kann es so einstellen, dass man auf eine Stelle tippt und der Autofokus stellt dorthin scharf und die Kamera löst aus. Dabei ist der Autofokus bei dem getesteten Objektiv auch ordentlich schnell. Ein Traum für Streetfotografen, die unauffällig fotografieren wollen. Aber auch das klassische Durch-den-Sucher-Fotografieren geht dank des recht ordentlichen elektronischen Suchers recht gut. Insgesamt glaube ich, dass ich mit der Kamera schon viel Spass haben könnte, wenn für mich ein Systemwechsel in Frage käme.

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