Photokina 2012: der 5. Teil: Was bleibt?

So, die Pforten der Photokina sind geschlossen, der Zirkus ist weitergezogen und eine schöne aber auch anstrengende Woche ist vorbei. Zeit um für eine kurze rein subjektive Bewertung der Woche.

Messestress

Eine Messe schon anstrengend. Vor allem wenn man nach einem 13 Stunden Flug aus Asien direkt vom Flughafen zur Messe gekarrt wird (Foto: John Oechtering)

Was bleibt?

Erst mal natürlich all der ganze Kram, den man auf der Photokina gekauft hat. In meinem Fall  wäre dass eine Ringleuchte, ein USB3-Kartenlesegerät, eine Displaylupe für meine EOS 7D, ein Objektivdeckel und einmal das DxO Filmpack 3 Expert. Insgesamt also einiges. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Photokina keine Verkaufsmesse ist und die Aussteller, die traditionell am Sonntag ihre Ausstellungsstücke verkaufen wollten, in den letzten Jahren ziemlich Ärger bekommen haben. Dass in diesem Jahr so offen verkauft wurde, kann ich mir nur mit einem Sinneswandel der Messegesellschaft erklären.

Lustiger weise fehlte aber genau die Firma, die in den letzten Jahren eigentlich die einzigen waren, die legal verkaufen durften. Die Buchhandlung Lindemanns. Die Fachbücher haben die Verlage an ihren Ständen verkauft. Aber Lindemanns hatte auch immer eine große Auswahl an Bildbände. Ich fand’s schade, dass sie nicht da waren.

Aber trotz Messepreise hieß es, genau aufpassen. Ich war auch an einem Spyder4 zur Monitorkalibrierung interessiert. Der super günstige Messepreis (angeblich 50 Euro billiger als normal) war 15 Euro teurer als der Preis bei Amazon. Ich glaube, ich hätte mich geärgert.

Für mich persönlich war in diesem Jahr das Thema Licht, Lichtführung und Blitzen interessant. Direkt zugeschlagen habe ich dann bei einem Ringlicht, nach dem ich schon vor Jahren gesucht habe. Eigentlich wollte ich nur eine einfache Ausführung, aber bei den Internetversendern, bei denen ich sie seinerzeit gesehen habe, war sie etwa so teuer, wie die Luxusausführung mit drei schaltbaren Leuchtröhren, wie ich sie mir nun gekauft habe.

Ringleuchte

Die rechte Leuchte steht jetzt bei mir Zuhause.

Das besondere an einer Ringleuchte die schattenfreie Ausleuchtung sowie die charakteristische Augenreflexion. Ich hoffe, ich finde die Zeit, demnächst mal damit herumzuspielen.

Ausleuchtung mit Ringlicht

Das charakteristische Licht einer Ringleuchte (Modell: John Oechtering)

Interessant war auch der Aufsteck-Reflektor für Speedlites von Sunbounce. Wenn gerade keine weiße Wand zum indirekten Blitzen da ist, ist es eine unkomplizierte und schnelle Hilfe. Man sieht nur etwas seltsam aus, mit dem Gerüst unter der Kamera. Und typische Sunbounce: es ist vielleicht preiswert, aber definitiv nicht billig (vom Preis her, bzgl. der Verarbeitung kann ich nix sagen).

Bounce Wall

Bounce Wall von Sunbounce.

Spannend fand ich auch einmal Studio-Dauerlicht im Einsatz zu sehen. Die Firma Photoflex hatte gezeigt, wie man mit einem StarLite Kit, bestehend aus zwei Softboxen mit zwei Lampen bereits ansprechende Lichtsettings bauen kann. So ein Kit hätte man auf der Messe für 500 Euro mit nach Hause nehmen können. Von dem Kit habe ich jetzt kein Bild gemacht, sieht aus wie zwei Softboxen halt aussehen. Insgesamt fand ich es eine interessante und auch günstige Alternative zu ausgewachsenen Studioblitzen. Mal sehen, ob die in 2 Jahren wieder Messepreise machen.

Was habe ich vermisst

Heute sind die Zahlen der Messe veröffentlicht worden. Etwas mehr Besucher als vor vier Jahren, allerdings ging die Zahl der Aussteller von 1.251 auf 1.158 zurück (Quelle).

Abseits von den nackten Zahlen hatte ich auch schon auf der Messe selbst den Eindruck, dass es weniger war als vor zwei Jahren. Schmerzlich vermisst habe ich Adobe (die schon letztes Mal gefehlt haben, sich aber zumindest an einer Partnerbühne beteiligten), Nik-Software (selbstschuld, die hätten mir eine Plug-In-Collection verkaufe können) und Manfrotto hätte ich auch gerne gesehen (brauche jetzt ein stabiles Lampenstativ). Und dass die Buchhandlung Lindemanns nicht da war, fand ich sehr traurig (s.o.)

Zwar hatte Video2Brain einige bekannte Referenten eingeladen, aber der Zuschauerbereich war viel zu klein und konnte das vollständige Fehlen von Adobe nicht wettmachen.

Rahmenprogramm

Vor zwei Jahren hatte Guido Karp eine Reihe von bekannten Fotografen verschiedener Stilrichtungen angekarrt und jeder hat einen Tag Programm gemacht. Diesmal hat der österreichische Fotograf Manfred Baumann das Ganze als One-Man-Show abgezogen und dabei 3 Bereiche abgedeckt: Faces, Sexy Pin Up und Fine Nude Photography. Dabei hat sich gezeigt, dass man mit hübschen, leicht bekleideten Mädels eigentlich nicht viel falsch machen kann. Seine Vorstellungen waren immer sehr gut besucht.

Fotoshooting mit Manfred Baumann

Fotoshooting mit Manfred Baumann

Sex sells dachte sich auch ein anderer Aussteller, der für seinen Stand eine blondes Model, eine Motorrad und einen witzigen englischen Fotografen geordert hat. Es ging, glaub ich, um Eventfotografie.

Die Schöne und das Biest

Sue Cassidy und Mike Weeks

Keine Photokina ohne Bodypainting. Früher war es immer bei der Zeitschrift „Photografie“ bis deren damaliger Vertrieb pleiteging. Deshalb sprang vor zwei Jahren Pearl ein. Aber Pearl war dieses Jahr nicht auf der Messe und ich dachte schon, diesmal gäbe es kein Bodypainting. Aber nein irgendein Zubehörspezialist hatte erbarmen und ein Body-Paint Modell, dass er stundenlang über eine Drehscheibe laufen ließ. Vor dem Body-Paint Modell lief übrigens eine durchaus hübsche, aber angezogene junge Dame über die Scheibe. Da waren deutlich weniger Fotografen zugange.

Bodypainting

Keine Photokina ohne Bodypainting

Nun aber ernsthaft: Der Preis für die die Beste Standshow vergebe ich auch in diesem Jahr (zum 3. Mal in Folge) an Sigma. Wie auch bei den beiden vorherigen Messen gab es wieder 5 verschiedene Tanzshows.

Das Thema war diesmal eine Weltreise. Einem Fotograf wurde eine Sigma SD1 und ein Koffer voll Objektive in die Hand gedrückt und er wurde auf Weltreise geschickt. 50 Orte in 50 Wochen auf 5 Kontinente (macht 5 verschiedene Tanzshows). Vor jeder Show wurde soft erwähnt, dass die Sigma SD 1 46Megapixel hat, dass man es am Ende fast glaubt (auch wenn die Bilder der Kamera nur knapp 15 Megapixel haben.

Bollywood am Rhein

Bollywood am Rhein

 

Soweit von mir zur Photokina 2012 und auf Wiedersehen in 2014.

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