Photokina 2014 – 1. Tag: Hands-On Canon EOS 7D Mark II

Wie vor zwei Jahren:

1. Tag der Photokina und von meinem Platz ganz am Anfang der Schlange am Einlass direkt zu Canon gesprintet und die Neuvorstellung in die Hand genommen. Und im Gegensatz zum letzten Mal gab es diesmal keine Enttäuschung. Jawohl, die neue EOS 7D Mark II ist die erste Canon seit Jahren, die mir rundum gefällt und wo ich sage, dass der Preis in Ordnung geht.

Canon EOS 7D Mark II

Canon EOS 7D Mk II

Über die Bildqualität kann ich nichts sagen (die Slots für die Speicherkarten waren abgeklebt, aber hier konnte jemand Testbilder machen). Ich gehe mal davon aus, dass sich Canon hier Blöße gibt. Ansonsten hat man eigentlich eine Art „Baby-5D Mk III“, die statt mit Vollformat lediglich mit APS-C-Sensor kommt. Dafür ist sie aber gut 800 Euro billiger. Außerdem ist sie mit 10 Bildern pro Sekunde auch noch ein ganzes Stück schneller unterwegs. Die Kameras an der Theke waren auf „Dauerfeuer“ eingestellt. Das Geräusch des Spiegelschlags bei diesem Tempo hört sich schon recht beeindruckend an.

Tatsächlich hat das APS-C-Format sogar zwei Vorteile gegenüber Vollformat:

1) Unterstellen wir mal, dass die Autofokusmodule in der 5D Mk III und der 7D Mk II im Wesentlichen identisch sind. Dann deckt das Modul bei der APS-C-Kamera bezogen auf die Sensor-Fläche einen größeren Bereich ab als beim Vollformat. Das sieht man beeindruckend, wenn man bei beiden Kameras nacheinander durch den Sucher schaut. Die Autofokusfelder der 7D Mk II reichen deutlich weiter an den Rand als dies bei der 5D Mk III der Fall ist.

2) Durch den Crop-Faktor und der damit im Vergleich zum Kleinbild „längeren“ Brennweite spart man Geld und Gewicht. Ein 70-200 mm 2,8 ist preislich und gewichtsmäßig noch tragbar. Ein am Kleinbild vergleichbares 120-300mm 2,8 gibt es meines Wissens nur von Sigma ist schwerer und teurer.

Der erste Eindruck von der Kamera ist schon Klasse: Die 61-Autofokusfelder decken den größten Teil des Sucherbildes ab. Im Live-View-Modus, wenn die Kamera den Dual-Pixel-Autofokus nutzt, ist der abgedeckte Bereich sogar noch größer. Soweit ich das beurteilen konnte, war der Autofokus auch ziemlich flott und der Autofokus ist wieder über einen Joystick steuerbar. Überhaupt finde ich es gut, dass das Bedienkonzept der 7D / 5D – Klasse weitergeführt wurde. Mit dem abgespeckten Konzept der 6D / 70D bin ich nie warm geworden.

Nette Kleinigkeiten sind die zusätzlichen Infos, die nun im Display eingeblendet werden. Zum einen gibt es nun eine zweite Lichtwaage im Display die seitlich hochkant vertikal angezeigt wird und neben der Belichtungskorrektur auch eine eventuelle Blitzbelichtungskorrektur anzeigt.

Einziger Kritikpunkt wäre vielleicht die fehlende Wifi-Unterstützung. Aber wenn ich zwischen GPS und Wifi wählen müsste, würde ich GPS nehmen. Und GPS hat die 7D Mk II eingebaut.

Also bleibt am Ende die Frage, würde ich mir die Kamera kaufen? Ja, sofort, wenn ich nicht aus Frust über fehlende Alternativen bei Canon, vor einem halben Jahr bei Fuji zugeschlagen hätte. Für mich kommt sie ein paar Monate zu spät. Aber alles in allem finde ich das Canon mit der neuen 7D ein super interessantes Packet gepackt hat, was für APS-C die Spitze der Nahrungskette darstellt. Wer nicht unbedingt dem Trend Vollformat hinterher hechelt, bekommt im Moment wahrscheinlich nichts Besseres. Wenn ich mich zwischen der 6D und der 7D MK II entscheiden müsste, würde ich immer die 7D Mk II  nehmen (immer vorausgesetzt, Canon hat bei der Bildqualität nicht fürchterlich gepatzt). Man bekommt einfach mehr für sein Geld.

Soviel für den ersten Tag. Eigentlich wollte ich nicht nur über die neue Canon schreiben, aber nun ist es doch etwas mehr geworden, als geplant. Morgen gibt es dann Interessantes von anderen Herstellern (u.a. Fuji) und ein paar Tips, wo es sich lohnt hinzugehen.

 

 

 

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