GIMP 2.6 vs. Photoshop CS4 – The Clash of the Titans (oder so ähnlich)

Wenn man sich so einige Schlagzeilen zum Release der neuen Version von GIMP ansieht, muss man wohl oder übel zu dem Schluss kommen, dass die Adobe-Manager in den letzten Tagen wahrscheinlich recht schlecht schlafen, droht doch der Release von Photoshop CS4 ob der übermächtigen Konkurrenz zu einem Fiasko zu werden.

Gimp 2.6 veröffentlicht, Photoshop zittert

Gimp, die Photoshop-Alternative

GIMP greift Photoshop an

Nun bin ich wahrlich nicht der Richtige, um einen qualifizierten Vergleich zwischen Photoshop und dem Herausforderer GIMP zu machen. GIMP hatte ich vor Jahren mal auf der Platte (aber zügig wieder deinstalliert), Photoshop habe ich seit Jahren auf der Platte (aber nie die Muße mich intensiv damit zu beschäftigen). Also wird dies auch kein Vergleichstest, in dem haarklein die Stärken und Schwächen der beiden Programme gegeneinander abgewogen werden und am Schluß anhand subjetiven Bewertungsmaßstäben der Stab über einen der beiden Mitbewerber gebrochen wird (diese Tests, die gefühlt 100% der schreibenden Zunft das tägliche Brot sichern, sind in der Regel eh für den Papierkorb. Aber dazu schreib ich mal was, wenn ich mich mal wieder sehr geärgert habe).

Aber muss Adobe nun wirklich schlecht schlafen? Ich denke nicht. Auch wenn GIMP nun wirklich einen gewaltigen Schritt nach vorne getan haben sollte (die neue Version bietet eine modernisierte Benutzerführung, weiter Möglichkeiten der nicht destruktiven Verarbeitung sowie erstmalig die Möglichkeit Bilder mit mehr als 8-Bit Farbtiefe zu bearbeiten), so ist Adobe doch schon wieder einen Schritt weiter. Die neue Version von Photoshop wurde (neben einigen netten Spielereien) wohl in erster Linie auf eine Optimierung der Benutzerführung getrimmt. Und hier wird bei den Nutzern, soweit sie denn mit Photoshop ihren Lebensunterhalt bestreiten, dass Geld verdient. Es kommt nicht nur darauf an, dass das Program alles kann, es kommt vor allem darauf an, wie schnell es etwas machen kann. Dazu kommt, dass Photoshop nur ein Baustein in dem kompletten Workflow über verschiedene Medien ist, für den Adobe die passenden Programme bietet. Quasi von der Wiege bis zur Bahre mit Adobe.

Ich glaube eigentlich nicht, dass es viele Leute gibt, die zwischen Photoshop und GIMP wählen. Sicher, es gibt unzählige Digitalfotografen, die ein Photoshop zum Preis eines GIMPs wollen. Aber die wenigsten dürften wirklich mit dem Gedanken spielen, sich Photoshop zu kaufen. Die Leute, die Photoshop kaufen, sind wahrscheinlich zu 80% Profis (die sich die Software dann im Rahmen ihrer Steuererklärung finanzieren lassen) und zu 15% Prosumer mit hohem Einkommen, denen es dann auf das Geld für die Softwarelizenz auch nicht mehr ankommt. Die restlichen 5%, die dann noch übrig bleiben und sich tatsächlich die Software kaufen würden, obwohl sie nicht in die Kategorie 1 und 2 gehören, könnten für Adobe dann tatsächlich verlustig gehen. Insofern ist es für Adobe ein kalkulierbares Risko.

Auch wenn ich mir GIMP nicht näher ansehen werde, bin ich doch froh, dass es GIMP gibt. Und ich hoffe, die neue Version wird richtig, richtig gut. Denn nur wenn es Konkurrenz gibt muss sich Adobe auch in Zukunft anstrengen und gute Software machen. Wenn Adobe auf lange Sicht weiterhin alleine auf weiter Flur steht, wird die Firma irgendwann dick und faul und träge.

Übrigens denke ich, dass weder Photoshop noch GIMP die erste Wahl für Fotografen (egal ob Amateur oder Profi) ist. Das wichtigste Programm ist meiner Meinung nach Lightroom bzw. Aperture. Vor allem, seit dem ich Lightroom 2 habe, das tolle Möglichkeiten lokaler Korrekturen bietet, frage ich mich ernsthaft, wofür ich noch einen Boliden wie Photoshop (oder GIMP) brauche.

P.S.: Wer noch Photoshop 7 hat und mit den Gedanken eines Upgrades spielt, sollte sich sputen. Upgrades von PS 7 auf PS CS3 gibt es nur noch bis 15. Oktober. Bei Erscheinen von CS4 kann man dann kostenlos die neue Version bekommen. Nach dem 15. Oktober braucht man mindestens PS CS für ein Upgrade.

P.P.S.: PS CS4 kostet im Adobe-Shop 1.010,31 Euro. Das Update von PS Elements kostet 772 Euro. PS Elements 6 kostet bei Amazon 73,95 Euro. Und wer jetzt Photoshop CS4 bestellt und gleichzeitig Lightroom 2 bekommt 30%-Discount auf den Preis von Lightroom 2.

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