Geblitzte Makrobilder

Nach langer Zeit habe ich mal wieder mein Sigma 3,5 180mm Makro rausgeholt:

Blüte I

Bei Makrobildern, besonders bei so einer relativ langen Brennweite, kämpft man mit Unschärfe an drei verschiedenen Fronten: geringe Tiefenschärfe, Verwacklungs- und Bewegungsunschärfe.

Die Tiefenschärfe ist bei Makroaufnahmen grundsätzlich immer ein Problem, dass beim Einsatz einer relativ langen Brennweite von 180mm noch verschärft. Durch Abblenden kann man den Tiefenschärfebereich zwar etwas vergrößern, vergrößert aber gleichzeitig die Unschärfeprobleme aus den beiden anderen Bereichen.

Die Verwacklungsunschärfe kann man eigentlich nur über die Verschlusszeit in den Griff bekommen. Nach der alten Regel: Verschlusszeit mindestens gleich dem Kehrwert aus der Brennweite bedeutet dies bei einem 180mm Objektiv an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,6 eine Verschlußzeit von maximal 1/300 Sekunde. Selbst bei gutem Wetter muss man da oft noch an der ISO-Schraube drehen. Umso mehr, wenn man die Blende aus Tiefenschärfegründen etwas schließen möchte. Sind so kurze Verschlusszeiten nicht möglich, bleibt nur ein Stativ. Aber ein Stativ hilft nichts bei dem dritten Problem, Bewegungsunschärfe. Wenn es nicht gerade Windstill ist, bewegt sich die Blüte hin und her und her, was ebenso zu unschönen Unschärfen führt.

Eine mögliche Lösung liegt in der Nutzung eines Blitzes. Der Blitz sollte Highspeed-Synchronisation unterstützen, so dass man nicht an die Synchronisationszeit der Kamera gebunden ist. Die Belichtung wird über die TTL-Funktion des Blitzes gesteuert, so dass Belichtungsmessung vor dem Auslösen nicht notwendig ist. Da die Belichtung ausschließlich über die vom Blitz ausgesandte Lichtmenge gesteuert wird, kann man Zeit und Blende zur Steuerung der Bildwirkung verwenden. Bei dem Bild oben habe ich 1/500 Sekunde eingestellt um Verwackungsunschärfe und Bewegungsunschärfe auszuschließen. Gleichzeitig habe ich leicht auf Blende 5 abgeblendet. Gemacht wurde das Foto aus der Hand ohne den Einsatz eines Statives.

Dieser Beitrag wurde unter Fototechnik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.