Saufen bis der Arzt kommt – Günther Beckstein

Ich bin fast vom Stuhl gefallen als ich die den neusten Unsinn gelesen habe, der von Herrn Beckstein, seines Zeichens Ministerpräsident von Bayern, verzapft wurde. Demnach könne man auch nach zwei Maß Bier durchaus noch Auto fahren, so man das Bier über den Abend verteilt trinkt, sich dabei 6 bis 7 Stunden Zeit lässt und ein gestandenes Mannsbild ist.

Nun bin ich kein zwar Gewohnheitstrinker, aber ein gestandenes Mannsbild bin ich mit meinen 1,90m und knapp 100 kg ja wohl schon. Allerdings würde ich schon nach einem Maß (immerhin ein Liter) Bier nicht mehr ins Auto steigen, das wäre mir viel zu gefährlich. Wobei ich weiß, dass Gewohnheitstrinker bzw. Alkoholiker durchaus größere Mengen Alkohol vertragen kann, bevor sie  Ausfallerscheinungen bei sich feststellen (Herr Beckstein, was vertragen Sie eigentlich so an einem Abend am Stammtisch?).

Ich finde diese Aussage, nicht zu letzt in Bezug auf den Jugendschutz katastrophal. Darf man den Medien glauben, ist Alkoholismus bei Jugendlichen in den letzten Jahren ein immer größeres Problem geworden. Auch wenn Herr Beckstein sagt, er sei bei Fahranfängern für eine Null-Promille-Grenze. Die Aussage, die bei jungen Menschen ankommt ist fatal. Saufen und Autofahren darfste, wenn Du alt genug bis.

Und um es mal ganz platt zu sagen: Ich bin der festen Überzeugung, dass pro Jahr deutlich mehr Menschen Opfer von alkoholisierten jugendlichen Autofahrern werden als von amoklaufenden Computerspielern. Aber bei den ganzen bayerischen Brauereien sind besoffene Kids halt gut für die bayerische Wirtschaft, während es wahrscheinlich nur wenige bedeutende Produzenten von Ego-Shootern in Bayern gibt. Aber so sind die Politiker, sie schaffen sich ihre Realität wie sie sie brauchen.

Merke: Nicht nur der exzessive Konsum von Computerspielen kann zu einem Realistätsverlust führen.

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