Robert Mapplethorpe

Seit gestern gibt es in Düsseldorf eine Fotoausstellung über die ich mich wirklich sehr gefreut habe: Mapplethorpe

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Wir haben das Glück, dass wir hier mit dem NRW-Forum einen Ausstellungsort haben, an denen regelmäßig sehr gute Foto-Ausstellungen stattfinden. Aber die Retrospektive von Robert Mapplethorpe ist schon was ganz besonderes. Im Gegensatz zu Peter, der das Glück hatte Karten für die Eröffnung zu haben (und meine Blog-Kommentare zu seinen Blogbeiträgen nie freischaltet), bin ich ziemlich begeistert von den Bildern. Dies ist (selbst für mich) um so erstaunlicher, da mir seine Sujets eigentlich eher nicht zusagen.

Robert Mapplethorpes Arbeit ist geprägt von zwei Umständen: Seiner Homosexualität und seines frühen Berufswunsches, Bildhauer zu werden.

Viele seiner Portraits und Aktbilder sind wie klassische Statuen inszeniert. Während bei Portraits allgemein gefordert wird, „das der Charakter des Fotografierten“ dargestellt wird (was m.E. ziemlicher Unsinn ist) sind seine Bilder radikal anders. Er stellt keine Personen da sondern er zeigt Abbilder von Menschen. Er reduziert seine Modelle in vielen seiner Bilder auf Formen.

Seine Bilder würde ich, nach dem ich die Ausstellung gesehen habe, grob in 4 Bereiche aufteilen. Portraits im klassischen Sinne, viele von Prominenten, Frauen- / Männerakte, Großaufnahmen von primären männlichen Geschlechtsteilen und Blumen. Und interessanterweise hat er einen Stil, der sich insbesondere in den 3 letztgenannten Sujets wiederfindet und seine Bilder unverwechselbar macht. Wenn man das Motiv im Wesentlichen auf Formen reduziert, macht es erstaunlicherweise kaum einen Unterschied, ob man eine Orchidee oder einen männlichen Schwanz fotografiert.

Ich muss gestehen, dass ich eigentlich keinen Zugang männlichen Akten habe. Meist finde ich sie eher peinlich und frage mich regelmäßig, ob es Frauen auch so geht, wenn Sie Frauenakte sehen. Bei den Bildern von Mapplethorpe ist das anders. Er schafft es, die Körper ästhetisch darzustellen, als ob es sich um klassische Statuen handelt. Und damit schließt sich der Kreis.

Für mich ist die Ausstellung eine klare Empfehlung. Unbedingt hingehen. Und auch mal 30 min für den Film über sein Leben, der in einem kleinen Kino gezeigt wird, einplanen. So, und jetzt gehe ich Blumen fotografieren…

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